Entstehung und Bedeutung des Familiennamens

Stoiber

Der Name Stoiber ist der bayerische Zweig einer großen Namenfamilie. Dazu gehören auch die Steuber, Stäuber und Stauber - und die Stieber. Alle Namen haben mit Staub zu tun. Aber sie sind nicht leicht auseinanderzuhalten. Es gibt auch den Namen Staub, und der ist mit rund 3000 Namensträgern sogar der häufigste. Staub ist ein Neckname des Müllers, der ja, woher er kommt, wohin er geht, den feinen weißen Mehlstaub mitbringt. Staub ist ein sogenannter mittelbarer oder indirekter Berufsname, der nicht den Beruf direkt benennt, sondern ein Werkzeug oder ein Produkt des Berufes. So heißt in Nestroys "Lumpacivagabundus" der Schneider "Zwirn" und der Tischler "Leim". Der Schmied kann Pinkepank heißen - nach dem Klang seines Hammers - und der Müller eben Staub.
Dieser Name erscheint als Familienname in vielfältigen Formen: als Steib, Staib, Stäuble, Steible und Staible.

Auch der Stoiber hat mit Staub zu tun, aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Er produziert den Staub nicht, sondern er wirbelt ihn auf. Staubt der Müller gemütvoll vor sich hin, weil sein Beruf das mit sich bringt, meint Stoiber eine Charaktereigenschaft: Der Stoiber ist einer, der Unruhe und Aufregung verursacht, Kritik und Empörung hervorruft, eben einer, der Staub aufwirbelt.

Besonders anschaulich macht das ein Name, der ebenfalls zu dieser Familie gehört: Staubesand. Ihn gibt es auch als Steubesand und Stöbesant. Am bekanntesten ist er wohl in der niederländischen Form: Stuyvesandt. Peter Stuyvesandt (1610-1672) war Gouverneur von Neu Amsterdam, das später New York genannt wurde. Sein Name meint natürlich nicht den "Duft der großen weiten Welt", wie ihn die nach ihm benannte Zigarettenmarke verbreiten soll, sondern einen Mann, der so umtriebig ist, dass der "Sand stiebt."

Und es gibt noch eine dritte Erklärung: Der Name könnte direkt aus dem Mittelhochdeutschen übernommen worden sein. Da ist stöuber etwas ganz anderes und trotzdem sehr ähnliches: ein aufstöbernder Jagdhund.