Neue Namen

Sind Sie es leid, so zu heißen, wie Sie heißen? Zum Beispiel deshalb, weil so viele andere Leute auch so heißen? Oder aus einem anderen wichtigen Grund? Dass ein "wichtiger Grund" vorliegt, verlangt das Namensänderungsgesetz. Dieses Gesetz macht es möglich, sich gewissermaßen von Amts wegen umtaufen zu lassen. Etwa 15.000 Bundesbürger und -bürgerinnen machen jährlich davon Gebrauch.

Im Gesetz heißt es aber unmissverständlich, dass es sich um eine Ausnahmeregelung handelt. Man kann also nicht seinen Namen ändern lassen, weil der eigene nicht mehr gefällt oder der angestrebte neue Name schöner klingt. Und einen Adelstitel kann man auf diese Weise schon gar nicht ergattern.

Was ist ein "wichtiger Grund"?

Ein Beispiel: Wenn Sie Schröder heißen, können Sie nicht deshalb eine Umbenennung beantragen, weil Sie - aus welchen Gründen auch immer - nicht so heißen wollen wie der Altbundeskanzler. Das ist kein "wichtiger Grund". Wenn Sie aber vortragen, der Name Schröder sei so häufig, dass Sie das Opfer von Verwechselungen werden, haben Sie schon fast gewonnen. Der Name Schröder kommt in Deutschland nämlich so häufig vor, dass er zu den "Sammelnamen" gezählt wird. Einsame Spitze aller Sammelnamen ist übrigens Müller (Mueller). Alle Müllers zusammen (ca. 670.000) ergäben eine "Müllerstadt", die mehr Einwohner hätte als Frankfurt am Main.

Sammelnamen haben ihre Unterscheidungskraft weitgehend verloren. Deshalb liegt eine Namensänderung hier auch im öffentlichen Interesse. In der Verwaltungsvorschrift heißt es: "Wenn der Familienname im gesamten Geltungsbereich so oft vorkommt, dass er generell an Unterscheidungskraft eingebüßt hat (Sammelname), braucht eine konkrete Verwechslungsgefahr nicht mehr glaubhaft gemacht zu werden." In diesem Falle sollten einer Namensänderung vielleicht der bürokratische und finanzielle Aufwand, nicht aber juristische Gründe im Wege stehen.

Bei der Definition dessen, was ein Sammelname ist, tun sich die einzelnen Bundesländer unterschiedlich schwer. In Hamburg hat man die Schulaufgaben gemacht und richtet sich nach einer vom Statistischen Landesamt erarbeiteten Liste der Namen, die in Hamburg am häufigsten vorkommen (Hamburger Liste. Zur Orientierung hier auch ein Liste der fünfzig häufigsten Familiennamen in Deutschland).

Weitere wichtige Gründe:

Der Name kann geändert werden, wenn

Auch Vornamen können geändert werden, zum Beispiel wenn

Kosten:

Eine Änderung des Namens kostet, je nach Verwaltungsaufwand und Einkommen des Antragstellers, bei Familiennamen zwischen 2,5 und 1.022 Euro, bei Vornamen zwischen 2,5 und 255 Euro. Anlaufstellen sind die zuständigen Standesämter.